Güterschiff und Flusskreuzfahrtschiff auf dem Rhein im Abendlicht, am Ufer ein Hafenkran

Wasserstraßen sind Lebensadern der deutschen Industrie.

Immense Wirtschaftskraft hängt von der verlässlichen Versorgung durch die Binnenschifffahrt ab. Die Allianz Wasserstraße ist der Zusammenschluss der führenden Unternehmen im System Wasserstraße.

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Die Allianz

Gemeinsam Deutschlands
Wirtschaftskraft sichern.

Die Binnenschifffahrt ist ein zentraler Versorgungsträger der deutschen Industrie, sie verbindet die Nordseehäfen mit den Industriezentren an Rhein, Ruhr, Main und Neckar und ist ein wichtiger Teil des Tourismus.

2025 wurden auf deutschen Wasserstraßen mehr als 170 Millionen Tonnen Güter transportiert, davon rund 120 Millionen Tonnen im grenzüberschreitenden Verkehr. Gemessen an der strategischen Bedeutung ist die Binnenschifffahrt die Achillesferse der deutschen Industrie.

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Die Mitglieder der Allianz Wasserstraße e. V. sind Unternehmen und damit direkt verantwortlich für die Funktionsfähigkeit der Wasserstraßen: Unsere Kunden sind von einer verlässlichen Logistik übers Wasser abhängig. Deshalb haben wir einen klaren Fokus auf die richtigen Prioritäten, auf mehr Geschwindigkeit und eine pünktliche Fertigstellung aller Projekte. Hier werden wir uns einbringen und legen neue Vorschläge auf den Tisch.

Gemeinsam mit den Industrien und Regionen, die auf die Wasserstraße angewiesen sind, wollen wir die Modernisierung und den bedarfsgerechten Ausbau der schiffbaren Infrastruktur und der Flotten vorantreiben.

Wir sehen uns als Ergänzung zu den Verbänden im System Wasserstraße. Unsere Rolle als Unternehmen ist eine andere als die der Verbände, die z. B. in der Initiative System Wasserstraße vertreten sind.

Die Mitglieder

Die Gründungsmitglieder der Allianz Wasserstraße e. V.

  • duisport – Duisburger Hafen AGbetreibt Europas bedeutendste Binnenhafen- und Logistikdrehscheibe, mit 1.400 Beschäftigten und rund 356 Mio. € Gesamtleistung (2024).
  • HGK AGbetreibt die größte Binnenschiffsflotte Europas und bedient mit Hafen-, Schienen-, Schifffahrts- und Logistikaktivitäten vor allem das Rheinland, mit 2.700 Beschäftigten und 815 Mio. € Umsatz.
  • Rhenus Port Logisticsist das internationale Hafenlogistik-Geschäftsfeld der Rhenus-Gruppe mit 39.000 Beschäftigten, 8,2 Mrd. € Umsatz und über 1.300 Standorten weltweit.
  • Viking Cruisesist ein globaler Kreuzfahrt-Anbieter mit 103 Schiffen, darunter 89 Flussschiffe, die u. a. den Rhein befahren, und 6,5 Mrd. US-Dollar Umsatz 2025.
Garant der Versorgungssicherheit

Rückgrat der Industrie.

Stahlwerke, Raffinerien, Chemie, Energie, Bau- und Ernährungswirtschaft hängen an der Binnenschifffahrt. Jedes Jahr werden ca. 170 Mio. t Güter auf deutschen Wasserstraßen bewegt. Mehr als 90 Prozent davon sind Massengüter, die sich kaum auf Schiene oder Straße verlagern lassen.

170 Mio. tGütertransport pro Jahr
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Ein einziges Frachtschiff trägt bis zu 3.000 Tonnen. Das entspricht 54 LKW-Sattelzügen oder 22 Güterwaggons.

Ein kompletter Schubverband transportiert rund 10.000 Tonnen – das entspricht rund 420 LKW oder einem Güterzug von rund 2,5 km Länge.

1 Schubverband ca. 10.000 t

entspricht

420 Lkw je ca. 25 t Nutzlast

oder

154 Güterwaggons je ca. 65 t

Schubverband mit Schüttgut fährt auf eine Schleuse am Rhein zu

Die wichtigen Schleusen und Wehre erneuern.

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Von 617 Anlagen sind 529 älter als 40 Jahre, mehr als 200 sogar älter als 100 Jahre.

Bei der Erneuerung muss Priorität haben, wo das Gros des Transportes ist.

Der Rhein und das westdeutsche Kanalnetz stehen wirtschaftlich mit großem Abstand an erster Stelle. Auf sie entfallen mehr als 80 Prozent des Binnenhafen-Umschlages. Dahinter folgen der Mittellandkanal mit Elbe-Seitenkanal sowie die Unterelbe mit Hamburg. Main, Mosel, Weser und Neckar sind bedeutende regionale Industriekorridore.

Entsprechend der Bedeutung müssten auch 80 Prozent der Investitionen in die drei Cluster Niederrhein, Mittelrhein und Westdeutsches Kanalnetz fließen. Der aktuell ausgewiesene Finanzbedarf der drei Cluster liegt zusammen bei rund 2,95 Milliarden Euro.

Emmerich Wesel Duisburg Düsseldorf Köln Bonn Koblenz Bingen Datteln Dortmund Hamm Münster zu den Seehäfen ↖ PRIORITÄRE ABSCHNITTE Niederrhein Mittelrhein Westdt. Kanalnetz
Binnenhafenumschlag 2024 nach Wasserstraßengebiet

Rhein- und Westdeutsches Kanalgebiet zusammen: 79,0 %

  1. 1Rheingebiet134,1 Mio. t · 65,4 %
  2. 2Westdeutsches Kanalgebiet27,9 Mio. t · 13,6 %
  3. 3Elbegebiet15,0 Mio. t · 7,3 %
  4. 4Mittellandkanalgebiet14,2 Mio. t · 6,9 %
  5. 5Wesergebiet8,7 Mio. t · 4,2 %
  6. 6Donaugebiet2,7 Mio. t · 1,3 %
  7. 7Berliner Wasserstraßen1,4 Mio. t · 0,7 %
  8. 8Brandenburg/Mecklenburg-Vorpommern1,2 Mio. t · 0,6 %

Amtliche Gebietsauswertung, Stand 2024 (aktuellste vollständig vergleichbare Auswertung)

Chemieindustrie × Wasserstraße

Die Wasserstraßen ermöglichen Wertschöpfung in der Chemie.

RotterdamRhein-Ruhr:Marl, Gelsenkirchen,Krefeld, Dormagen,Leverkusen, WesselingHamburgDuisburgMannheimBrunsbüttelWilhelmshavenMarlGelsenkirchenKrefeld-UerdingenDormagenLeverkusenWesselingFrankfurt-HöchstLudwigshafenStadeBitterfeld-WolfenLeunaSchkopau StadeHamburgBitterfeldLeuna / SchkopauFrankfurt-HöchstLudwigshafen
  • Chemiestandort (Produktion)
  • Hafen / Logistikstandort
  • Schiffbare Wasserstraße

Zuverlässige Wasserstraßen – starke Wertschöpfung. Chemische Rohstoffe und Produkte brauchen sichere, leistungsfähige Transportwege. Wasserstraßen verbinden Standorte, Häfen und internationale Märkte.

  • RohstoffeMineralöl, Salz, Gase, Grundstoffe
  • GrundchemikalienBasischemikalien und Zwischenprodukte
  • ProduktionChemieparks entlang der Wasserstraßen
  • DistributionTank-, Container- und Massengutlogistik
  • KreislaufwirtschaftRücknahme, Recycling, Wiederverwendung

Die Wasserstraße verbindet die Chemie entlang ihrer gesamten Wertschöpfungskette.

Tourismus × Wasserstraße

Wie Deutschlands Flüsse Reiseziele und Regionen verbinden.

HamburgBerlinMagdeburgDresdenDüsseldorfKölnKoblenzFrankfurtMannheimNürnbergPassauStuttgartBremen – Weser und AltstadtHann. MündenPotsdam – Havel und SeenRüdesheim – RheinromantikTrier – Mosel und RömerkulturSaarbrücken – SaarrouteWürzburg – Main und WeinregionBamberg – Main-Donau-RouteHeidelberg – NeckarromantikRegensburg – Donau und Welterbe HamburgBremenBerlinPotsdamDresdenKölnKoblenzRüdesheimTrierFrankfurtWürzburgRegensburgPassauHeidelberg
  • Touristisches Reiseziel
  • Anleger / Tourismushafen
  • Schiffbare Wasserstraße

Lebendige Wasserstraßen – starke Reiseregionen. Flüsse verbinden Städte, Kultur, Natur und Genuss. Attraktive Wasserwege stärken Tourismus, Gastronomie und regionale Wertschöpfung.

  • FlusskreuzfahrtMehrtägige Reisen zwischen Regionen
  • AusflugsschifffahrtTagesfahrten und Panoramarouten
  • WassersportHausboot, Kanu und Freizeitboote
  • LandgängeKultur, Natur, Wein und Kulinarik
  • Regionale WertschöpfungHäfen, Gastronomie, Handel und Hotels

Die Wasserstraße verbindet Reiseerlebnisse, Städte und Regionen.

Stromerzeugung × Wasserstraße

Wie Deutschlands Wasserstraßen die Energieversorgung verbinden.

Wilhelmshaven – EnergiehafenCuxhaven – Offshore-LogistikBremerhaven – EnergiehafenBrunsbüttel – EnergiehafenHamburg – EnergiehafenRostock – Offshore-LogistikDuisburg – BinnenhafenOffshore-Windenergie NordseeOffshore-Windenergie Ostsee (Arkona, Wikinger)Lingen – Gaskraftwerk und EnergieparkDatteln – Kraftwerksstandort am KanalHerne – Kraft-Wärme-KopplungBerlin – Kraft-Wärme-KopplungMannheim – Großkraftwerk und KWKHeilbronn – Kraftwerksstandort am NeckarKarlsruhe – Kraftwerk am RheinhafenIffezheim – Wasserkraft am RheinIrsching – GaskraftwerkJochenstein – Wasserkraft an der Donau Offshore NordseeOffshore OstseeRostockHamburgLingenDattelnHerneBerlinMannheimHeilbronnKarlsruheIffezheimIrschingJochenstein
  • Standort Stromerzeugung
  • Energiehafen / Logistik
  • Schiffbare Wasserstraße

Zuverlässige Wasserstraßen – sichere Energieversorgung. Brennstoffe, Großkomponenten und Anlagen brauchen leistungsfähige Transportwege. Wasserstraßen verbinden Erzeugungsstandorte, Energiehäfen und internationale Märkte.

  • EnergieträgerWind, Wasser, Gas, Kohle, Biomasse
  • AnlieferungBrennstoffe, Anlagen und Großkomponenten
  • StromerzeugungKraftwerke und erneuerbare Energien
  • NetzintegrationUmspannung, Speicher und Regelenergie
  • TransformationUmbau, Recycling, Wiederverwendung

Die Wasserstraße stärkt die Energieversorgung entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Stahlindustrie × Wasserstraße

Wie Deutschlands Wasserstraßen die Stahl-Wertschöpfung verbinden.

WilhelmshavenBrakeHamburgDuisburgSalzgitter-Beddingen (Stichkanal)KehlDuisburg – integrierte HüttenwerkeBremen – Stahlwerk an der WeserHamburg – ElektrostahlwerkSalzgitter – Flachstahl und HüttenwerkBrandenburg an der Havel – ElektrostahlwerkEisenhüttenstadt – integriertes HüttenwerkRiesa – ElektrostahlwerkDillingen – Grobblech und HüttenwerkVölklingen – StahlproduktionKehl – Elektrostahlwerk DuisburgBremenHamburgSalzgitterBrandenburgEisenhüttenstadtRiesaDillingen, VölklingenKehl
  • Stahlstandort (Produktion)
  • Hafen / Logistikstandort
  • Schiffbare Wasserstraße

Zuverlässige Wasserstraßen – starke Wertschöpfung. Eisenerz, Kohle, Schrott und Stahlprodukte brauchen leistungsfähige Transportwege. Wasserstraßen verbinden Werke, Häfen und internationale Märkte.

  • RohstoffeEisenerz, Kokskohle, Schrott
  • StahlerzeugungHochofen, Direktreduktion, Elektrostahl
  • WeiterverarbeitungGießen, Walzen, Beschichten
  • DistributionCoils, Bleche und Profile per Schiff
  • KreislaufwirtschaftSchrottsammlung, Recycling, Wiederverwendung

Die Wasserstraße verbindet den Stahl entlang seiner gesamten Wertschöpfungskette.

Automobilindustrie × Wasserstraße

Wie Deutschlands Wasserstraßen industrielle Lieferketten verbinden.

Bremerhaven – FahrzeugumschlagWilhelmshaven – AutomobilumschlagHamburg – Universalhafen und AutomobillogistikDuisburg – trimodale Drehscheibe, Automotive-LogistikKoblenzFrankfurt-Osthafen – LogistikdrehscheibeMannheim – Chemie, Kunststoffe, ZulieferindustrieHannover-Stöcken – Volkswagen NutzfahrzeugeWolfsburg – VolkswagenSalzgitter – Stahl und VorprodukteDortmund – ZulieferindustrieKöln-Niehl – Ford AutomobilproduktionLeipzig – BMW, PorscheDresden – Gläserne ManufakturNürnberg – ZulieferindustrieStuttgart-Untertürkheim – Mercedes-BenzKarlsruhe – ZulieferindustrieMünchen – BMW HamburgBremerhavenWolfsburgHannoverDuisburgDortmundKölnLeipzigDresdenNürnbergStuttgartKarlsruheMünchen
  • Automobilstandort (Produktion / Entwicklung)
  • Hafen / Logistikstandort
  • Schiffbare Wasserstraße

Zuverlässige Wasserstraßen – starke Wertschöpfung. Eine leistungsfähige Infrastruktur sichert Wettbewerbsfähigkeit, standortnahe Arbeitsplätze und klimafreundliche Logistik.

  • RohstoffeStahl, Aluminium, Kunststoffe, Chemikalien
  • ZulieferteileKomponenten, Module, CKD-Bausätze
  • ProduktionWerke entlang der Wasserstraßen
  • FahrzeugexportPkw und Nutzfahrzeuge zu den Seehäfen und in die Welt
  • Batterie & RecyclingBatterieproduktion, Kreislaufwirtschaft, Rückführung von Materialien

Die Wasserstraße begleitet das Auto über seinen gesamten industriellen Lebenszyklus.

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Nationaler Fokus auf Wirtschaftskraft

Agenda Wasserstraße 2035

Wir müssen mehr bauen, mehr finanzieren und schneller werden. Und dafür braucht es nicht nur mehr Geld, sondern vor allem eine bessere Struktur für die Planung und Umsetzung, damit der Bedarf realisiert werden kann. Dies sollte nach fünf Prinzipien organisiert werden, mit denen die Wasserstraße in die Zukunft geführt werden kann.

Neue Prinzipien für moderne Wasserstraßen

1In Clustern denken

Bisher wurde das Gesamtsystem Wasserstraße betrachtet und in Tonnenkilometern Transportleistung gedacht. Das ist zu unscharf. Wir müssen die einzelnen Wasserwege in den Blick nehmen und deren Transportleistung.

Wir brauchen eine Gruppierung der Wasserwege zu Clustern und müssen den Fokus auf die wirtschaftlich relevanten Wege legen.

In diesem Sinne lassen sich die deutschen Binnenwasserwege in neun Cluster organisieren, jeweils mit Haupt- und Nebenflüssen, Häfen, Schleusen und Wehren.

NordseeOstsee EmdenBremenHamburgKielBerlinMagdeburgHannoverDresdenDuisburgKölnKoblenzMainzFrankfurtMannheimStuttgartNürnbergPassauBaselSaarbrückenTrier 123456789
Die Wasserstraßen-Cluster in Deutschland
  • 1NiederrheinRhein von der niederländischen Grenze bis Köln. Zentrale West-Ost-Verbindung und Zugang zu den Nordseehäfen.
  • 2MittelrheinRhein von Köln bis Mainz. Wichtige Verbindung für Industrie und Güterverkehr im Westen und Süden.
  • 3Westdeutsches KanalnetzRhein-Herne-, Wesel-Datteln-, Datteln-Hamm-, Dortmund-Ems- und Küstenkanal, Ruhr, Lippe.
  • 4Mosel / SaarVerbindung zu Frankreich und Luxemburg.
  • 5NeckarMannheim bis Plochingen. Anbindung Baden-Württembergs an den Rhein.
  • 6Main / MDK / DonauZentrale Südverbindung von der Nordsee bis zum Schwarzen Meer.
  • 7Mittellandkanal / WeserWest-Ost-Magistrale von den Niederlanden bis zur Elbe, mit Anbindung an die Weser.
  • 8Elbe / Elbe-SeitenkanalElbe, Elbe-Seitenkanal, Saale. Verbindet Nordsee, Mitteldeutschland und Tschechien.
  • 9Nord-Ost / KüstenkanäleNord-Ostsee-Kanal, Unterelbe, Unterweser, Oder, Havel, Havel-Oder- und Spree-Oder-Wasserstraße.
Quelle: GDWS 2024, Darstellung: Allianz Wasserstraße.
2Verfügbarkeit als zentrale Kategorie

Verfügbarkeit muss die zentrale Kategorie für die Planung und Bewirtschaftung der Wasserstraße werden. Ein Cluster muss für einen durchgehenden Transport immer vollständig verfügbar sein, sonst wird der Wasserweg seiner Funktion nicht gerecht. Das gilt für den Güterverkehr genauso wie für die Personenschifffahrt.

Wenn einzelne Abschnitte in einem Cluster nicht passierbar sind, fällt das gesamte Cluster aus, und es bedarf entsprechender Ausweichrouten über andere Cluster sowie einer Priorisierung von Maßnahmen, die die Schiffbarkeit wiederherstellen.

3Deckungsfähigkeit für flexiblen Einsatz

Bei den Investitionen geht es um Fahrrinnenvertiefung, Erneuerung und Ausbau der Schleusen, Verbesserung der Kaimauern für Niedrigwasserlagen und anderes.

Abgeleitet aus dem doppelten Paradigmenwechsel des Planens in Clustern und der Sicherstellung der Verfügbarkeit müssen die im Haushalt vorgesehenen Maßnahmen gegenseitig deckungsfähig sein.

Wenn im Laufe der Planung der Mittelabfluss für eine Schleusenerweiterung stockt, müssen die Mittel z. B. in Kaimauern für Niedrigwasserlagen oder in den weiteren Ausbau einer Niedrigwasserflotte gelenkt werden können.

4Neue Prioritäten setzen

Im Bundeswasserstraßenausbaugesetz (WaStrAbG) sind Maßnahmen für das kommende Jahr enthalten. Sie verteilen sich über das ganze Bundesgebiet.

Aufgrund der wirtschaftlichen Bedeutung der Wasserstraßen sollten die Maßnahmen rund um den Hauptschifffahrtsweg Rhein deutlich ausgeweitet und priorisiert werden.

Die deutsche Industrie braucht sichere, lieferfähige Wasserwege. Sie muss die Produktion zurückfahren oder einstellen, wenn die Verfügbarkeit eingeschränkt ist. Dieser Sommer hat das leidvoll illustriert.

Die Mittel aus dem Sondervermögen müssen dort investiert werden, wo sie am meisten gebraucht werden, um die Wirtschaftskraft Deutschlands zu stabilisieren. Es geht um die Anbindung an die Seehäfen und einen sicheren Transport zu den industriellen Clustern Energie, Chemie, Automobil, Stahl, um die Ernährungswirtschaft, die Bauwirtschaft. Es geht um den Rhein als Achse des Tourismus.

5Sofortiger Aufbau einer nationalen Niedrigwasserflotte

Europaweit sind insgesamt dreizehn Frachtschiffe auf Niedrigwasser ausgelegt, in Deutschland sind es 4. Das sind 0,2 Prozent der gesamten Flotte. Deutlich zu wenig.

Und: Ein Großteil der Flotte ist im Schnitt 50 Jahre alt und für die neuen Niedrigwasserextreme ungeeignet. Der Umbau dieser alten Schiffskörper ist nicht sinnvoll und nähme zudem wichtige Kapazitäten aus dem Markt.

Wir brauchen deshalb allein für Deutschland ein nationales Flottenprogramm für 250 bis 300 neue Schiffe, die für Niedrigwasser ausgelegt sind. Das gelingt nur mit Neubau.

Für den Neubau von 300 Schiffen innerhalb von acht Jahren braucht es dedizierte Werftkapazität von bis zu 10 parallelen Fertigungslinien, um ab 2028 jährlich rund 50 neue Schiffe in den deutschen Markt zu bringen.

Das ist beträchtlicher Aufwuchs. Zum Vergleich: In Europa kommen derzeit insgesamt rund 100 bis 150 neue Binnenschiffe aller Kategorien jährlich auf den Markt; der Durchschnitt 2017–2024 lag bei etwa 120.

Der Bund sollte deshalb über die KfW ein Förderprogramm auflegen, das privates Kapital mobilisiert, indem es zinsgünstige Kredite mit langen Laufzeiten und eine Zuschuss-Förderung von mindestens 25 % der Baukosten je Schiffseinheit verbindet. Das Fördervolumen müsste demnach 1 Mrd. € betragen und wäre dem KTF zu entnehmen, da es sich hier um Klimaschutz und Klimaanpassung handelt.

Vergleich: Dieser Betrag ist ein Zwölftel dessen, was für Gebäudeenergie bereitgestellt wird, ein Drittel des Ansatzes für die Wasserstoffwirtschaft.

6Die Wasserstraße braucht ein Umsetzungsgesetz

Bisher werden Ausbau und Instandhaltung von Bundeswasserstraßen und Infrastruktur im Investitionsrahmenplan 2025–2029 des Bundes geregelt, der mit dem Bundeswasserstraßenausbaugesetz (WaStrAbG) parlamentarisch beschlossen wird.

Der Investitionsrahmenplan ist bisher ausdrücklich aber nur ein Planungsrahmen, eine Momentaufnahme, aber kein verbindlicher Finanzierungsplan. Daran ändert auch die Verabschiedung als Bundesgesetz nichts. Die Aufnahme eines Projekts garantiert weder den Baubeginn noch die vollständige Finanzierung. Das muss sich jetzt ändern.

In diesem Sinne muss jetzt zum November der im Koalitionsvertrag enthaltene „Finanzierungs- und Realisierungsplan“ aufgestellt und gemeinsam mit Umsetzungsprinzipien zur Beschleunigung im Zuge der Haushaltsberatungen beschlossen werden.

Mittelwasser Niedrigwasser Pegel Güterschiff im Mittelrheintal bei Niedrigwasser, breite Kiesbänke liegen trocken
Flottenerneuerung

Deutschland braucht eine Niedrigwasser-Flotte.

Europaweit sind insgesamt dreizehn Frachtschiffe auf Niedrigwasser ausgelegt, in Deutschland sind es 4. Das sind 0,2 Prozent der gesamten deutschen Flotte, deutlich zu wenig.

Wir bringen neue Schiffe in den Markt, aber es braucht allein für Deutschland ein Flottenprogramm für 250 bis 300 neue Schiffe, die für Niedrigwasser ausgelegt sind. Das gelingt nur mit Neubau. Denn der Großteil der deutschen und europäischen Flotte ist im Schnitt 50 Jahre alt und für die neuen Niedrigwasserextreme ungeeignet. Der Umbau dieser alten Schiffskörper ist nicht sinnvoll und nähme zudem wichtige Kapazitäten aus dem Markt.

Nationales Flottenprogramm

Für den Neubau von 300 Schiffen innerhalb von acht Jahren braucht es dedizierte Werftkapazität von bis zu 10 parallelen Fertigungslinien, um ab 2028 jährlich rund 50 neue Schiffe in den deutschen Markt zu bringen.

Das ist beträchtlicher Aufwuchs. Zum Vergleich: In Europa kommen derzeit insgesamt rund 100 bis 150 neue Binnenschiffe aller Kategorien jährlich auf den Markt; der Durchschnitt 2017–2024 lag bei etwa 120.

Ein solches Flottenprogramm für 300 neue Niedrigwasserschiffe bis 2035 lässt sich nicht aus freien Restkapazitäten bedienen.

Eine gemischte Flotte aus Trocken-, Tank- und anderen Güterschiffen erfordert im Mittel ca. 12,5 Mio. € je Neubau. Damit ergäbe sich für Deutschland mit 300 neuen Trocken-, Tank- und anderen Niedrigwasserschiffen ein Investitionsvolumen von ca. 4 Mrd. €, das in den nächsten fünf Jahren aktiviert werden muss.

Die Allianz Wasserstraße schlägt deshalb ein „nationales Flottenerneuerungsprogramm Binnenschifffahrt 2035“ vor, mit dem die notwendigen Investitionssummen von den Unternehmen gemeinsam mit dem Bund mobilisiert werden.

Ein solches Programm würde eine Nachfrage nach modernen Schiffen schaffen und zugleich dazu beitragen, europäische Schiffbaukapazitäten und technologische Kompetenz zu sichern und weiterzuentwickeln.

Wir sagen ganz klar: Der Industriestandort Deutschland ist ohne ein solches „nationales Flottenerneuerungsprogramm Binnenschifffahrt“ nicht überlebensfähig.

Bundeswehr und NATO

Neben dem zivilen Güter- und Personenverkehr muss auch der Bedarf von Bundeswehr und NATO für Materialtransport auf den europäischen Wasserstraßen betrachtet werden. Für die Verlegung von Material und Gerät sind besondere Aufbauten und Hafenanlagen notwendig. Bislang verfügt das Militär nicht über eigene Transportbinnenschiffe. Wenn dies so bleiben soll, muss im Rahmen der nationalen Flottenerneuerung ein eigenes Kontingent, das die militärischen Bedarfe technisch und in der Kapazität mit abdecken kann, in den Markt gebracht werden.

4Niedrigwasserschiffe sind heute in Deutschland im Einsatz
300neue Niedrigwasserschiffe brauchen wir bis 2035
4 Mrd. €Investitionsvolumen für die neue Niedrigwasserflotte
Binnenhafen am Rhein mit Containerkränen, Silos, Containerschiff und Schubverband
Häfen und Terminals

Drehscheiben der Versorgung.

Mehr als 80 Prozent des Binnenhafen-Umschlags entfallen auf den Rhein und das westdeutsche Kanalnetz.

Häfen verbinden Wasser, Schiene und Straße. Damit die Transportkette auch bei Niedrigwasser funktioniert, brauchen Häfen leistungsfähige Umschlaganlagen, erreichbare Liegeplätze und ausreichend Flächen.

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Flusskreuzfahrtschiff im Mittelrheintal, dahinter Weinberge, Burg und Ortschaft
Personenschifffahrt

Der Rhein als Achse des Tourismus.

Verfügbarkeit ist für Fahrgastschiffe genauso wichtig wie für den Güterverkehr.

Flusskreuzfahrten und Ausflugsschiffe bringen Gäste aus aller Welt an den Rhein und seine Nebenflüsse. Ist ein Abschnitt nicht passierbar, droht die ganze Route auszufallen. Deshalb muss die Wasserstraße in zusammenhängenden Abschnitten geplant werden, die durchgehend verfügbar sind.

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Flusskreuzfahrten sind ein bedeutender Bestandteil des Deutschlandtourismus. Sie verbinden Mobilität, Beherbergung, Gastronomie und Kulturvermittlung in einem Produkt und bringen Gäste unmittelbar in Städte und ländliche Regionen entlang der Wasserstraßen. Besonders der Rhein besitzt eine herausragende Stellung: Gemeinsam mit der Donau gehört er zu den meistbefahrenen europäischen Flusskreuzfahrtgebieten. Seine Stärke liegt in der Verbindung international bekannter Städte, historischer Kulturlandschaften und guter Verkehrsverbindungen.

Im Jahr 2024 wurden auf europäischen Flüssen rund 1,39 Millionen Kreuzfahrtpassagiere und knapp 10 Millionen Passagierübernachtungen gezählt. Gegenüber 2023 stieg die Passagierzahl um etwa 14 Prozent. Der Brutto-Ticketumsatz erhöhte sich von 3,115 Milliarden Euro auf rund 3,537 Milliarden Euro. Rechnerisch entspricht dies etwa 2.545 Euro Ticketumsatz je Reisendem; darin sind die zusätzlichen Ausgaben der Gäste an Land noch nicht enthalten.

Die aktive europäische Flusskreuzfahrtflotte umfasste 2024 nach Angaben der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt 408 Schiffe mit 60.702 Betten. Das entspricht durchschnittlich rund 149 Betten je Schiff. Die meisten Passagiere reisten auf dem Rhein einschließlich seiner Nebenflüsse sowie auf der Donau.

Neben den mehrtägigen Kreuzfahrten spielt die Tagesausflugsschifffahrt eine große Rolle. Deutschland verfügte 2024 über 1.093 registrierte Tagesausflugsschiffe mit insgesamt 216.710 Passagierplätzen. Die meisten dieser Schiffe waren auf Flüssen und Kanälen unterwegs. Nach der Elberegion besitzt der Rhein die zweithöchste regionale Kapazität.